125 Jahre Christuskirchengemeinde

Text: | 15.06.2015 | Bisher 1,460 Mal gelesen

Als Pinneberg 1875 Stadtrechte erhielt, besaß der damals etwa 3000 Einwohner zählende Ort immer noch kein eigenes Gotteshaus und keinen eigenen Pastor. Kirchlich gehörten die Pinneberger Gemeindeglieder zu Rellingen. Ein Kirchbauverein bildete sich zwar schon in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, aber erst zum 1. Juni 1890 wurde mit der Einführung eines Kirchenvorstands die Kirchengemeinde Pinneberg gegründet und Pastor Hugo Wurmb zu ihrem ersten Geistlichen berufen. Die Anfänge waren bescheiden in angemieteten Räumen. Und es dauerte ein weiteres halbes Jahrzehnt bis die neugotische Kirche an der Bahnhofstraße errichtet wurde. Mitten im zweiten Weltkrieg erhielt sie den Namen Christuskirche und auch der Gemeindename war damit gegeben. 1958 bis 1964 erfolgte die Ausgliederung der drei Tochtergemeinden Kreuz-, Luther- und Heilig- Geistkirchengemeinde.

Mehrfach wurde die Christuskirche umgestaltet, gewiss nicht zufällig: Die Kirchengemeinde war bestrebt, zeitgemäß zu sein, die Menschen abzuholen bei ihrem Lebensgefühl, so etwa bei den Veränderungen in den 60er und 70er Jahren. Das wirkte sich auch im Kirchenbau aus. Mit den grundlegenden Veränderungen der Kirche in 2003 ist versucht worden, Geschichte und Gegenwart zu verbinden. Und es ist im Wesentlichen gelungen. Abgesehen von der Frage, wie das Kreuz einen zentralen, aber nicht erschlagenden Platz finden kann. Auch das ist gewiss eine Glaubensfrage, nicht allein eine Frage der Ästhetik.

In 2014 gab es zwei Richtung weisende Ereignisse mit der Eröffnung der neu gebauten Kita und der Orgelweihe durch Bischöfin Fehrs. Damit hat die Christuskirchengemeinde in die Zukunft investiert. Sie will Heimat bieten für die Menschen unterschiedlicher Generationen und wird sich künftig auch in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Pastorin Silke Breuninger und ich freuen uns sehr auf lebendige Gemeindearbeit mit den Kleinen, den Jüngeren, den Jugendlichen, mit denen mittleren Alters und mit den Älteren. Viele Herausforderungen warten auf uns als Pfarrteam. Aber wir brauchen Sie und Euch als Gemeinde! Wir wollen zusammen unterwegs sein, weltlich und geistlich, neugierig, bedacht darauf, die Liebe Jesu Christi zu entdecken, ihr zu folgen, sie gemeinsam umzusetzen, damit wir Orientierung finden und vereint Kirche bauen aus lebendigen Steinen und nicht aus kalten Mauern, Gemeinschaft als bereichernd und stärkend erleben.

Gefeiert wird das 125-jährige Kirchengemeindejubiläum mit einem Festgottesdienst an Pfingstsonntag, 11.00 Uhr, in dem Propst Drope die Predigt hält. Anschließend ist die Gemeinde zum Empfang in der Kirche eingeladen. Auch der erste Kreativmarkt am 20. Juni findet im Rahmen der 125-Jahr-Feier statt. Weitere Jubiläumsveranstaltungen folgen in der zweiten Hälfte des Jahres.

Karl-Uwe Reichenbächer, Pastor und Vorsitzender des Kirchengemeinderates

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