Erfolgreiche Ausstellungseröffnung am 23.06.2016 in der Christuskirche Pinneberg

Text: | 23.06.2016 | Bisher 1,331 Mal gelesen

IMG_3707IMG_3707IMG_3707Propst Thomas Drope hat die Wanderausstellung der Nordkirche „Neue Anfänge? Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen“ am Donnerstag, dem 23.06.2016 im Rahmen einer Feierstunde eröffnet. Er hat in seiner Begrüßungsrede betont, wie gut sich die Präsentation der Ausstellung in den sakralen Raum der Christuskirche einfügt. Insbesondere das Themenfeld „Streit um Schuld und Mitverantwortung“ passe, hinter dem Altar dokumentiert zu der Haltung, die für uns nötig sei, nämlich dass wir uns als Kirche nicht reinwaschen könnten sondern so wie andere gesellschaftliche und politische Kräfte es lange Zeit versäumt hätten, unsere Schuld im Verhalten nach 1945 gegenüber den Opfern und Tätern einzugestehen.

In ihrem Grußwort betonte Ortrud Bruhn, Schulleiterin des Johannes-Brahms-Gymnasiums, die Bedeutung der Ausstellung als Chance für den schulischen Unterricht. Kirche sei mit dieser Ausstellung eine wichtige Wertevermittlerin, und die Kooperation mit der Christuskirche sei in diesem Zusammenhang und auch grundsätzlich sonst eine große Bereicherung.

Auch der Vorsitzende des DGB Kreisverbandes Pinneberg, Peter Brandt, unterstrich die Bedeutung von Kirche als FullSizeRender 2Partnerin zusammen mit anderen gesellschaftlichen und politischen Kräften, wenn es in aktueller, von rechtsradikalen Strömungen bedrohten Gegenwart darum ginge, gegenzusteuern und wachsam für Frieden einzutreten.

Der Vortrag von Dr. Stephan Linck unter dem Titel „Die Kirche und die Obrigkeit- als Bischöfe Pastoren durch den Verfassungsschutz bespitzeln ließen“ spannte einen großen Bogen der Nachkriegsgeschichte der Nordelbischen Kirchen. Auch der Pinneberger Pastor Christian Dethleffsen, der im lokalen Fenster in den Blick rückt, wurde mehrfach erwähnt. Sein Engagement für Versöhnung mit den Opfern des Nationalsozialismus und sein Eintreten für Verständigung mit den Osteuropäern wurde durch die Kirchenleitung bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts unter Beihilfe des Verfassungsschutzes erschwert.

Die gut besuchte Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 06. Juli besucht werden kann, mit anschließendem Imbiss und angeregten Gesprächen lässt gespannt sein auf den weiteren Ausstellungsverlauf zu den Öffnungszeiten und zu den thematischen Veranstaltungen.

Karl-Uwe ReichenbächerIMG_3717

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