Georg Friedrich Händel – BROCKES-PASSION

Text: | 27.03.2017 | Bisher 1,045 Mal gelesen

HändelDer für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus“

Sa. 8.April 2017  -  18.oo Uhr – Christuskirche

Diese einzigartige Dichtung, des Hamburger „Weltbürgers“, hochgebildeten Literaten, Sprachenkenners und Juristen Barthold Heinrich Brockes (1680-1747), später zum Ratsherrn aufgestiegen, erlangte im 18. Jahrhundert eine maßgebliche Bedeutung in Kirche, christlichen Gemeinschaften, in familiären Hauszirkeln und privaten Andachten.

Auch auf die Komponisten der damalige Zeit verfehlte sie ihren Eindruck nicht: Etliche, unter ihnen auch noch heute namhafte Musiker, waren beeindruckt von der Lyrik die dieser Dichtung zugrunde liegt und danach rief, vertont zu werden.

Der aus den vier Evangelien zusammengeschriebene Text, ist von Brockes bereits in seiner Anlage für eine Vertonung vorgesehen worden, und ist mit Hinweisen zur späteren Komposition genau gekennzeichnet. In ihm kommen neben den Personen der Heiligen Schrift auch noch allegorische Personen hinzu: Mehrere Gläubige Seelen und die Tochter Zion. Sie betrachten von außen den Schrecken Jesu Leiden und Tod, beweinen , klagen an, und vermögen ja dennoch nichts zu Jesu Rettung zu tun. Ein in seiner drastischen Grausamkeit deutlicher Text voll von barocker Volumität, für das an öffentliche Hinrichtungen gewohnte Publikum nichts außergewöhnliches. Aber gleichfalls in einer enormen Dichte eine Spannung erzeugend, die den Dualismus von Unvereinbarkeit und Vereinbarkeit von Foltertod als Erlösung für die Christen immer wieder aufzeigt.

Diesen so berühmten Text haben sich neben Brockes’ Freund Händel noch Johann Mattheson, Georg Philipp Telemann und Reinhard Keiser, mit denen er persönlich befreundet war, angenommen, wobei es sogar in der Karwoche 1719 in Hamburg  zu einer alle vier Vertonungen umfassenden Aufführungsreihe gekommen ist.

Von der Telemannschen Aufführung in Frankfurt/Main ist überliefert, daß bei großem Andrang nur derjenige Einlaß bekam, der zuvor das Textheft auch erworben hatte.

Noch Jahre nach Händel, verfaßten Gottfried Heinrich Stölzel in Gotha, Johann Friedrich Fasch in Zerbst, Johann Balthasar Freislich in Danzig und Paul Steiniger in Nürnberg ihre Brockes-Passion.

Und sogar siebenundvierzig Jahre nach Erscheinen der Textvorlage komponierte Jacob Schuback in Hamburg seine Brockes-Passion.

Johanna Mohr – Tochter Zion (Sopran)

Henrike Puskeppel – Gläubige Seele, Maria (Sopran)

Tim Severloh – Judas, Kriegsknecht (Altus)

Stefan Kuhlich – Evangelist (Tenor)

Sven Olaf Gerdes – Petrus, Gläubige Seele (Tenor)

Malte Schulz – Jesus (Baß)

Bernd Treumann – Hauptmann, Gläubige Seele (Baß)

Vocalensemble Pinneberg

Europäisches Barockorchester “Le Chardon”

 

Leitung – Klaus Schöbel

Eintritt 16,- / Vorverk. 12,- / Kinder frei.

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